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Toleranzforderung von Indiens Megastar: Zorn auf King Khan

Discussion in 'Deutsches Forum' started by mumbiene, Nov 16, 2015.

  1. mumbiene

    mumbiene Well-Known Member

    Toleranzforderung von Indiens Megastar: Zorn auf King Khan
    Von Ulrike Putz, Neu-Delhi

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    DDP
    Indien kultiviert ein Image der Offenheit, doch gerade zeigt das Land eine andere Seite: Immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Minderheiten. Nun hat Bollywood-König Shah Rukh Khan mehr Toleranz gefordert. Die Reaktionen? Heftig.


    Bollywood-Megastar Shah Rukh Khan ist auf die Rolle des Herzensbrechers abonniert. In mehr als 80 Filmen hat der 50-Jährige bislang seinen Charme spielen lassen. Er gilt als einer der bekanntesten Filmstars weltweit, soll mit seinen Schauspielkünsten etwa eine halbe Milliarde Dollar verdient haben.




    Doch nun ist King Khan, wie er in Bollywood genannt wird, in schweres Fahrwasser geraten: Eine verhaltene Kritik an seinem Heimatland hat ihn zum Ziel von aggressiven Attacken gemacht.
    Die ätzendsten Aussagen kommen dabei von hoher Stelle: Der Generalsekretär der Regierungspartei BJP, Kailash Vijayvargiya, schrieb auf Twitter, die Seele Khans gehöre in Wahrheit doch Pakistan, der muslimische Star sei ein "Anti-Nationalist". Der hochrangige BJP-Parlamentarier Yogi Adityanath sagte, Khan habe "die Sprache des Terrorismus" gesprochen und solle doch nach Pakistan gehen.

    Khans Vergehen? Er hatte dem Sender NDTV vergangene Woche gesagt, es gebe in Indien wachsende und extreme Intoleranz und diese stelle das größte Problem des Landes dar. Religiöse Intoleranz sei ein Verbrechen, so Khan.

    Wenn der Megastar spricht, erreicht er Hunderte Millionen Inder. Seit Wochen gibt es in Indien eine Debatte über das feindselige Klima im Land. Mit Khans Aussage ist das Thema im Mainstream angekommen. Angestoßen wurde die Diskussion über Indiens weltberühmte Tradition der Toleranz durch eine Reihe von Vorfällen:



    • Im Februar, beziehungsweise August, wurden mit Govind Pansare und M.M. Kalburgi zwei Männer ermordet, die sich für ein säkulares Indien einsetzten. Pansare war in der kommunistischen Partei aktiv und propagierte die Eheschließung über Kastenschranken hinweg. Kalburgi revidierte als Historiker viele lieb gewonnene Mythen der hinduistischen Tradition und wurde dafür angefeindet.


    • In den vergangenen Monaten gab es eine Serie von religiös motivierten Angriffen auf Muslime - Auslöser waren oft Kühe. Den Hindus sind die Tiere heilig, den etwa 180 Millionen Muslimen in Indien jedoch nicht. Mindestens vier Männer wurden von Mobs gelyncht, weil sie verdächtigt wurden, Rindfleisch konsumiert oder mit Kühen gehandelt zu haben. Rechtsnationale Politiker nahmen die Täter in Schutz: Muslime, die nicht auf den Konsum von Rindfleisch verzichten wollten, sollen das Land verlassen, forderte der Gouverneur des Bundesstaats Harayana. Ein BJP-Politiker im Bundesstaat Karnataka kündigte an, den Gouverneur seiner Provinz köpfen zu wollen, sollte dieser Rindfleisch konsumieren.


    • In Haryana starben jüngst zwei Kleinkinder, als Angehörige einer höheren Kaste die Hütte der Familie in Brand steckten.
    • Der Chef eines Think-Tanks in Mumbai, Sudheendra Kulkarni, wurde mit schwarzer Farbe beschmiert und als Landesverräter beschimpft, weil er bei der Buchvorstellung eines ehemaligen pakistanischen Ministers als Moderator aufgetreten war.
    Angesichts dieser Zustände werfen Kritiker der rechtsnationalen, stark hinduistisch geprägten Regierung Narendra Modis vor, ein Klima der Gewalt geschaffen zu haben. Tatsächlich sind seit dem überwältigenden Wahlsieg Modis vor eineinhalb Jahren diverse Gesetze verabschiedet worden, die Nicht-Hindus als diskriminierend empfinden.

    Modi hat sich bislang zu keinem der heiß diskutierten Vorfälle geäußert, was ihm zunehmend angekreidet wird. Kommentatoren stellten die verheerende Niederlage seiner BJP-Partei bei Wahlen im Bundesstaat Bihar vergangene Woche in Zusammenhang mit seinem Schweigen.




    Etwa 50 Historiker und 40 Schriftsteller haben als Zeichen des Protests gegen die Tatenlosigkeit Neu-Delhis jüngst ihre staatlichen Auszeichnungen und Orden zurückgegeben. Diese Woche schlossen sich rund 180 an Universitäten in aller Welt lehrende Geschichtswissenschaftler an. In einem offenen Brief prangerten die Akademiker an, dass die derzeitige Regierung "eine Version der Vergangenheit zum Gesetz macht, in der eine homogenisierte und unflexible Hindu-Tradition glorifiziert wird."
    Auch in Indiens Geschäftswelt kommt inzwischen Unruhe auf. Der Chef der Zentralbank veröffentlichte einen "Appell für Toleranz in Indien". Einflussreiche Unternehmenschefs warnen, die derzeitige Situation würde Investoren abschrecken.

    Bollywood-Star Khan hat sich vorerst offen gehalten, ob er seinen "Padma Shri"-Orden, eine der höchsten Auszeichnungen Indiens, zurückgeben wird. Seine Einmischung in die Debatte hat die Regierung unter Druck gesetzt. "Shah Rukh Khan ist vermutlich die beliebteste Person im gesamten Land", sagte der bekannte Schriftsteller Suketu Mehta dem US-Sender NPR. "Wenn Leute Shah Rukh attackieren, verlieren sie die Unterstützung der Massen."
    http://www.spiegel.de/panorama/gese...r-toleranz-und-wird-attackiert-a-1062709.html
     
  2. Jaina♡SRK

    Jaina♡SRK ~main tumse pyaar karti hun~

    Ja das ist krass! Aber finde ich gut, dass er sowas anspricht! Gerade WEIL er so eine große Reichweite hat! :)
     

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