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KANK-Review Rheinische Post

Discussion in 'German' started by Alana, Nov 24, 2006.

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  1. Alana

    Alana New Member

    Kabhi Alvida Naa Kehna

    oder „Sag niemals Lebewohl“ – eine bittersüße Liebesgeschichte aus der Bollywood-Schmiede von Karan Johar
    Nachdem mit Karan Johars „Kabhi Gushi Kabhi Gham (In guten wie in schlechten Tagen)“ das Kino aus Bollywood auch endlich in Deutschland ankam und begeistert aufgenommen wurde, läuft derzeit sein neuester Streich „Kabhi Alvida Naa Kehna“ – oder auch kurz KANK genannt - im Kino.
    Johar versammelt verschiedene Superstars des indischen Kinos in New York, um eine Geschichte zu erzählen, wie sie in allen Gesellschaften rund um unseren Globus ungeachtet kultureller und sozialer Differenzen jederzeit immer wieder geschieht. Es ist die Geschichte um Beziehungen, die scheitern, und die Konsequenzen daraus, die jeder einzelne für sich tragen muss. Zwei Ehepaare treffen aufeinander, wobei sich jeweils ein Partner in den anderen verliebt und diese Liebe weitreichende Folgen für alle Beteiligten zeitigt.
    Dev (Shah Rukh Khan) und Rhea (Preity Zinta) sind bereits am Ende ihrer Ehe angelangt, ohne sich das eingestehen zu wollen. Dev ist nach einem Unfall, der seine Karriere als Profifußballer beendete, verbittert und zynisch geworden. Rhea hat stattdessen Karriere bei einer Modezeitschrift gemacht und ernährt die Familie. Beide haben einen kleinen Sohn, der natürlich auch unter den Spannungen zwischen den beiden leidet.
    Maya (Rani Mukherjee) hat Rishi (Abishek Bachchan) aus Freundschaft, nicht aus Liebe geheiratet. Rishi liebt seine Frau aufrichtig, er spürt jedoch, dass seine Frau ihm nicht wirklich nahe ist, er aber auch keinen passenden Weg findet, zu ihr durchzudringen. Stattdessen bekämpft Maya ihren Frust durch Putzorgien und auch sexuell läuft zwischen diesen beiden nichts mehr, zumal Maya daran trägt, dass sie keine Kinder bekommen kann.
    Und dann ist da noch Rishis Vater, Sam (Amitabh Bachchan), ein später Playboy, aber trotzdem kluger Vater, der nicht die Dinge des Lebens aus den Augen verloren hat und fast am Ende des Film einen ungewöhnlichen, aber richtigen Ratschlag gibt.
    Dev und Maya treffen zum ersten Mal bei Mayas Hochzeit aufeinander; danach 4 Jahre später zum zweiten Mal per Zufall in der Central Station. Zwischen beiden entsteht aufgrund ihrer ähnlichen Lebenssituation schnell eine intensive Affinität, die sie jedoch zunächst auf einer freundschaftlichen Ebene zu sublimieren suchen. Wie vorhersehbar, kann eine reine Freundschaft zwischen Dev und Maya aber nicht funktionieren. Sie verlieben sich umso heftiger ineinander und lassen sich auf eine heimliche Beziehung ein, ungeachtet ihrer Lebensumstände, in denen sie eingebunden sind. Beide machen zwar noch Versuche, ihre Ehen zu retten, sowie auch Rishi und Rhea ihre Ehen nicht einfach aufgeben wollen. Dies führt jedoch nur in die letzliche Konsequenz: Während Rishi und Rhea ihre scheinbar wieder geretteten Ehen mit einer Riesenparty feiern, begegnen sich Dev und Maya in einer gemeinsamen Liebesnacht.
    Das Verhältnis zwischen Dev und Maya fliegt auf, als Sam und Kamarjit (Kiron Kher), Devs Mutter, die beiden zufällig an der Central Station beobachten. Wenig später erleidet Sam einen Herzinfarkt, den er nicht überlebt. Bevor er stirbt, gibt er jedoch Maya den Rat, sich von Rishi zu trennen, „da man die Liebe und den Tod nicht steuern kann“.
    Da Dev und Maya nach Sams Tod ihre Lage für aussichtslos halten, kommen beide überein, sich sowohl ihren Partnern zu offenbaren, aber auch gleichzeitig zu trennen und nie wiederzusehen. Denkt man als Zuschauer jetzt, aha, es kommt alles wieder in die gewohnten traditionellen Bahnen zurück, so schlägt Karan Johar uns bzw. natürlich seinem indischen Publikum ein gehöriges Schnippchen. Beide Ehen werden nicht - um welchen Preis auch immer- wieder eingerenkt. Ganz im Gegenteil: Rhea wirft Dev raus und lässt sich von ihm scheiden. Und auch Maya muss gehen. Und da sich Dev und Maya bei einem letzten Telefonat nicht eingestehen wollen, was wirklich passiert ist, gehen sie auseinander, ohne reelle Chance auf ein Wiedersehen.
    3 Jahre später: Maya lebt und arbeitet mittlerweile in Philadelphia, Dev ist in New York geblieben, hat aber ein Angebot aus Toronto bekommen. Rishi steht kurz vor einer zweiten Heirat (mit einer Amerikanerin!) und auch Rhea hat mittlerweile einen anderen Partner. Rishi bittet Maya, seine Trauzeugin zu sein. Zur Hochzeitsparty ist auch Rhea mit ihrem Partner eingeladen, und nun erfährt Maya endlich, dass es auch keine Versöhnung zwischen Dev und Rhea gegeben hat. Rishi und Rhea beschließen, dass auch Dev und Maya eine zweite Chance verdient haben. Wiederum in der Central Station kommt es zu einer dramatischen und entscheidenden Begegnung zwischen beiden…

    Wer sich noch an den Film „Falling in Love“ (1985) von Ulu Grosbard erinnert, mit einer ähnlich gelagerten Liebesgeschichte zwischen Robert de Niro und Meryl Streep als die Protagonisten, erkennt sofort die Ähnlichkeiten zwischen beiden Filmen. KANK ist kein Remake im klassischen Sinne, orientiert sich aber in den Handlungslinien deutlich an diesem Film.
    KANK ist zwar auch großes Bollywood-Kino, setzt aber die typischen Ikonen dieses Kinos – ausgedehnte Tanz-und Musikszenen - nur sparsam ein. 2 große Tanzszenen und 6 originäre Songs müssen diesmal reichen, um Handlung und Stimmung zu stimulieren. KANK ist im Gegenteil ein sehr dialogreicher Film, der eindeutig vom intensiven Spiel seiner hervorragend aufgelegten Schauspieler getragen (die nicht den Vergleich mit westlichen Leistungen scheuen müssen) wird. Nichtsdestoweniger kennt sich Karan Johar aber auch in Farbdramaturgie und Ausstattung aus. Und auch er beherrscht die Ballhaussche 360°-Drehung der Kamera. Filmästhetisch ist KANK ein durch und durch moderner Film, der auch den Willen zeigt, die Entwicklung der Filmästhetik im aktuellen indischen Film voranzutreiben.
    Die Modernität spiegelt sich jedoch nicht nur im Filmaufbau wider, sondern auch und besonders in der Story. Als westliche Zuschauer dürfen wir nicht vergessen, dass Johar diese Geschichte für ein indisches Publikum erzählt, in einem ungleich sehr viel mehr konservativ-traditionellem Umfeld, als wir es mittlerweile gewohnt sind.
    Auch wenn Johar seine Geschichte wohl bewusst außerhalb Indiens angesiedelt hat, um diese Geschichte mit diesem Ausgang so erzählen zu können, bleibt sie für indische Verhältnisse sicherlich äußerst brisant. Er erspart seinem Publikum nichts, nicht den Ehebruch, nicht die Scheidung,und auch nicht, dass die beiden Liebenden am Ende nicht bestraft werden, sondern auch noch ihre Chance erhalten. Und auch die Liebesnacht ist nicht der Tanz zweier Verliebter im Regen und dem berühmten nassen Sari, sondern eine intime – wenn auch dezente – Begegnung in einem Hotelbett.
    Nicht umsonst ist KANK in Indien sehr kontrovers diskutiert und von den Konservativen heftig angegriffen worden. Dennoch sind Filme wie KANK sicherlich auch als Vorzeichen für den Beginn eines vorsichtigen Modernisierungsprozesses in den gesellschaftlichen (und nicht nur wirtschaftlichen) Verhältnissen zumindest in den großstädtischen Mittelschichten zu werten.
    Und letztendlich ist KANK – neben allen sozial-gesellschaftlichen Implikationen – wunderbar unterhaltsames und berührendes Kino, welches wir leider von Hollywood immer weniger zu sehen bekommen. Und auch wer Bollywood eigentlich nicht mag, dafür aber Kino der Emotionen auf hohem Niveau, ist bei KANK gut aufgehoben.

    Kabhi Alvida Naa Kehna, Indien 2006, Regie Karan Johar, ca. 194 Min.

    quelle: rp-online.de
     
  2. SolasMorat

    SolasMorat New Member

    AW: KANK-Review Rheinische Post

    Danke Dir!
    Solas
     
  3. felisluna

    felisluna Well-Known Member

    Wow, dem/der hat´s wohl gefallen
     
  4. Meghna04

    Meghna04 ChakDe SRK!

    Great rewiew! :thumb:

    Thanks Michaela! :)
     
  5. Alana

    Alana New Member

    Besonders gefällt mir der kleine Seitenhieb auf Hollywood:D
     
  6. Adaneth

    Adaneth New Member

    haha jap der is klasse!:thumb:

    Mann oh Mann da hat aber mal jemand was geschrieben der Ahnung hat oder zumindest neutral ist. So ne positive Review hab ich in ner deutschen Zeitung über Bollywood ... warte.... noch so gut wie nie gelesen. Oder besser gar nicht.:D

    Bin sehr überrascht.

    Danke fürs posten Ela;) :thumb:
     
  7. Christine

    Christine New Member

    Yeah i totally agree!
     
  8. goldenrusty

    goldenrusty New Member

    danke michaela, du gibst dir ja wirklich immer viel mühe :thumb: :thumb: :thumb:
     
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